Die komplexe menschliche Psyche auf der einen Seite, die nicht minder komplizierte Welt der Wirtschaft auf der anderen: Das Studium der Wirtschaftspsychologie vereint zwei faszinierende Felder in einem – und bietet zugleich hervorragende Berufschancen. Wirtschaftspsychologie im Fernstudium zu studieren bietet den großen Vorteil, dass sich das Studium flexibel gestalten lässt und – mit der richtigen Einstellung – auch neben Beruf und Familie zu bewältigen ist. Wir präsentieren einen Überblick über alles Wichtige, das jemand wissen muss, der sich für ein Fernstudium der Wirtschaftspsychologie interessiert.

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Formelle Voraussetzungen

Ein Bachelor-Studiengang ist nur mit Abi möglich? Stimmt nicht ganz. Wirtschaftspsychologie im Fernstudium kann mit der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) und mit der Fachholschulreife (Fachabitur) studiert werden. Der Numerus Clausus (NC) spielt beim Fernstudium übrigens keine Rolle, da die Anzahl der Studierenden nicht begrenzt ist. Außerdem berechtigt aber auch eine passende Berufsausbildung mit drei Jahren Berufserfahrung zum Studium. Hinzu kommt, dass manche Fernhochschulen auch „besonders geeignete Studieninteressierte“ zulassen. Diese Variante ist in der Regel mit einem Einstellungsverfahren verbunden (mehr dazu hier).

Um einen Master-Studiengang antreten zu dürfen, ist in aller Regel ein Erststudium notwendig. Dabei muss es sich jedoch nicht unbedingt um einen reinen Bachelor der Wirtschaftspsychologie handeln. Auch ein Psychologie- oder BWL-Studium mit wirtschaftspsychologischem Schwerpunkt berechtigt zu einem Master-Studiengang der Wirtschaftspsychologie. In Ausnahmefällen kann es auch möglich sein, einen Master-Studiengang ohne Bachelor anzutreten. Voraussetzung dafür sind ein Abitur oder Fachabitur sowie einschlägige Berufspraxis, die je nach Fernuni zwischen sechs und zehn Jahren beträgt. Hinzu kommen für gewöhnlich ein Motivationsschreiben und ein Eignungstest.

Persönliche Voraussetzungen

Neben den formellen Voraussetzungen sollten aber auch die persönlichen Fähigkeiten nicht außer Acht gelassen werden, die man für ein Fernstudium der Wirtschaftspsychologie benötigt. Allgemein benötigt jeder, der ein Fernstudium absolvieren möchte, eine ganze Menge an Disziplin. Da nur selten persönlicher Kontakt zu Dozenten besteht, Kommilitonen nicht zum Lernen animieren und man sich zu Hause in Eigenregie die Studieninhalte aneignen muss, ist Disziplin vermutlich die wichtigste Fähigkeit für ein Fernstudium. Wer sich nicht selbst motivieren kann, hat kaum Chancen, ein Fernstudium durchzuziehen. Auch ein gewisses Organisationstalent ist vonnöten.

Für das Studium der Wirtschaftspsychologie kommt selbstverständlich hinzu, dass ein grundlegendes Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen und der menschlichen Psyche bestehen muss. Auch ein gewisses Vorwissen erleichtert das Fernstudium deutlich.

Studieninhalte

Analog zum Vollzeitstudiengang vor Ort werden auch beim Fernstudium der Wirtschaftspsychologie um die Themen der Wirtschaftswissenschaften und der Psychologie herum Module gestrickt, die nach und nach belegt werden. Die konkreten Inhalte variieren von Fernhochschule zu Fernhochschule durchaus recht stark – auf folgende Themen sollte man sich aber ohne Wenn und Aber einlassen können:

  • Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre

  • Grundlagen der Psychologie

  • Personalmanagement

  • Projektmanagement

  • Unternehmensführung

  • Arbeits- und Organisationspsychologie

  • Markt- und Werbepsychologie

  • Buchführung

  • Wirtschaftsmathematik

Bei der Wahl der richtigen Fernhochschule spielen natürlich auch andere Faktoren wie Kosten und Studiendauer eine Rolle. Essentiell sollte sein, wie der Studienverlaufsplan und damit die Studieninhalte genau aussehen. Vorab sollte man sich also genau informieren und die konkreten Inhalte der verschiedenen Fernunis miteinander vergleichen.

Ablauf & Dauer

Das Fernstudium der Wirtschaftspsychologie ist unterteilt in einen Bachelor- und einen Masterstudiengang. Die Regelstudienzeit im Bachelor liegt zwischen 6 und 8 Semestern, während der Master 4 bis 6 Semester dauern soll. Gerade bei berufsbegleitenden Fernstudiengängen kann sich die Studienzeit jedoch wegen des großen Pensums auch noch erhöhen. Aufgrund der damit einhergehenden Kosten sollte aber natürlich versucht werden, die Dauer des Studiums so kurz wie möglich zu halten.

Ein Großteil des Fernstudiums läuft über Online-Seminare sowie das Lernen im Selbststudium mit Lehrbriefen ab. Je nach Institut gibt es aber auch unterschiedlich viele obligatorische Präsenzseminare. Unterteilt ist das Studium ganz klassisch in Module, für die Creditpoints verteilt werden. Zum Schluss eines jeden Moduls gilt es, eine Prüfungsleistung zu absolvieren, die in der Regel aus einer Klausur oder einer Hausarbeit besteht.

Am Ende des Studiums steht die Bachelor- beziehungsweise Masterarbeit an, die man ab einer bestimmten Anzahl von Creditpoints antreten darf. Verläuft alles erfolgreich ab, dann bekommen Studenten der Wirtschaftspsychologie in der Regel den Grad Bachelor of Science (B.Sc.) oder Master of Science (M.Sc.) – seltener auch Bachelor of Arts (B.A.) oder Master of Arts (M.A.) – verliehen.

Kosten

Eines vorweg: Ein Fernstudium ist nicht günstig. Gegebenenfalls kann der Arbeitgeber einen Zuschuss geben oder die Kosten für das Studium sogar gänzlich tragen (mehr dazu hier). Häufig müssen die Kosten aber komplett vom Studenten bewältigt werden. Das bedeutet, dass monatlich mehrere Hundert Euro auf einen zukommen. Während einige Hochschulen dabei mit Inklusivbeträgen arbeiten, die neben den Studiengebühren auch die Kosten für Präsenzseminare, Prüfungskosten und ähnliches beinhalten, kommen diese Kosten bei anderen Instituten noch zu den Gebühren oben drauf.

Im Ergebnis bedeutet das, dass die Kosten für ein Fernstudium der Wirtschaftspsychologie insgesamt ungefähr zwischen 10.000 und 16.000 Euro betragen – vorausgesetzt, die Regelstudienzeit wird eingehalten.

Zukunftschancen: Beruf, Karriere, Gehalt

Die Kosten für ein Fernstudium der Wirschaftspsychologie sind also nicht zu verachten – sowohl in Bezug auf den finanziellen Aspekt als auch auf den Zeitaufwand. Da stellt sich natürlich direkt die Frage: Lohnt sich das? Wie sieht es mit den Berufschancen aus, wie mit dem potentiellen Gehalt?

Wenn das Studium in Absprache mit dem derzeitigen Arbeitgeber absolviert wird, dann stehen die Chancen natürlich gut, durch einen erfolgreichen Abschluss innerhalb einer Firma aufzusteigen. Aber auch ansonsten stehen die Chancen am Arbeitsmarkt für Wirtschaftspsychologen nicht schlecht. Die beiden Hauptarbeitsfelder sind dabei im Personalwesen sowie im Marketing beziehungsweise in der Marktforschung zu finden.

Ein Personalmanager benötigt sowohl einen guten Blick für die Wünsche, Ziele und Probleme der Angestellten als auch für die betriebswirtschaftlichen Interessen des Unternehmens. Daher sind Wirtschaftspsychologen optimal für diese Stelle geeignet.

In der Marktforschung geht es für Wirtschaftspsychologen indes primär darum, das Kaufverhalten von Konsumenten zu analysieren und daraus wirtschaftlich sinnvolle Schlüsse zu ziehen. Das Gehalt variiert – wie es in der freien Wirtschaft nun einmal üblich ist – zwar stark, grob kann man aber sagen, dass Wirtschaftspsychologen mit einem Einstiegsgehalt von 2.500 bis 3.000 Euro brutto rechnen können. Bei vorheriger Berufserfahrung oder nach einigen Jahren im Job kann das Gehalt durchaus auf 4.000 bis 5.000 Euro im Monat ansteigen, während Wirtschaftspsychologen in Spitzenpositionen bis zu 10.000 Euro brutto verdienen.

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