Psychologie-Fernstudium an der PFH Göttingen – Interview mit Prof. Dr. Ruhmland

Seit dem 01.April 2014 bietet die PFH Göttingen als erster privater Anbieter auf dem Markt ein vollwertiges Psychologie-Studium als Fernstudium an, das mit den akademischen Grad „Bachelor of Science“ abschließt. Darüber hinaus rundet der neue Studiengang Wirtschaftspsychologie die Angebotspalette mit psychologischem Hintergrund auf Bachelor-Ebene ab. Ich hatte die Gelegenheit mit Frau Prof. Ruhmland, der Leiterin des Studiengangs an der PFH, ein Interview zu führen und ihr die wichtigsten Fragen zu stellen. Viel Spaß beim Informieren 🙂

Frau Prof. Ruhmland leitet den Psychologie-Studiengang an der PFH Göttingen. Für psychologie-fernstudium.com beantwortet sie die wichtigsten Fragen hierzu
Frau Prof. Ruhmland leitet den Psychologie-Studiengang an der PFH Göttingen. Für psychologie-fernstudium.com beantwortet sie die wichtigsten Fragen hierzu.

Stellen Sie sich und die PFH doch einmal kurz vor.

Mein Name ist Martina Ruhmland und ich bin seit letztem August als Professorin für Psychologie an der PFH. Ich habe in Berlin studiert und mein beruflicher Werdegang führte mich an die Universitäten Dresden und Göttingen, wo ich zu den Bereichen Psychotherapie von Angststörungen und Migräne geforscht habe. Zuletzt war ich an der Uni Hannover beschäftigt, wo ich mich vor allem mit ADHS im Schulkontext beschäftigt habe.

Die PFH Private Hochschule Göttingen ist eine staatlich anerkannte Hochschule, die sowohl Präsenz-, als auch Fernstudiengänge anbietet. Im Präsenzbereich sind dies Programme für Management, Technologie und Medizintechnik. Im Fernstudium bietet die PFH seit zehn Jahren betriebswirtschaftliche Studiengänge an. Im April 2014 kommen nun Fernstudiengänge mit Bachelorabschluss in Psychologie und Wirtschaftspsychologie hinzu, drei Masterstudiengänge werden noch folgen.

Im Fach Psychologie ist die PFH die erste Privathochschule, die ein Fernstudium mit Bachelor-Abschluss anbietet. Was sind die Studieninhalte und vor allem die Kernfächer dieses Studienganges? An wen richtet er sich?

Die Kernfächer sind im Bachelor-Studium dieselben wie an jeder Präsenzuniversität und an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) ausgerichtet. Ziel dieser Empfehlungen ist, dass das Fach Psychologie in der Diversifizierung der Bachelorstudiengänge erhalten bleibt. So werden an der PFH die Grundlagenfächer Allgemeine Psychologie, Biologische Psychologie, Entwicklungspsychologie, Differentielle Psychologie sowie Sozialpsychologie gelehrt, daneben die methodischen Fächer wie Statistik und Forschungsmethoden. Auch die diagnostischen Grundlagen (Testtheorie, Diagnostische Verfahren) werden gelehrt. In den anwendungsbezogenen Bereichen bieten wir Arbeits- und Organisationspsychologie, Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie an.

Das Studium richtet sich zunächst an Menschen, die Psychologie nicht an einer Präsenzuniversität studieren können oder möchten. Eine Berufstätigkeit oder zum Beispiel die Erziehung von Kindern können hierfür Gründe sein. Die jetzigen Anmeldungen zeigen auch, dass viele Menschen bereits eine Berufsausbildung oder eine Studium abgeschlossen haben, aber noch ein weiterer Qualifizierungswunsch besteht, der vor allem gut über ein Fernstudium zu bewältigen ist.

Ein Fernstudium muss im Allgemeinen mit einer beruflichen Tätigkeit vereinbar sein. Wie viele Stunden an Zeit- und Lernaufwand sollte man denn für das Psychologie-Fernstudium einplanen?

Ein Aufwand von rund 20 Stunden in der Woche ist realistisch, sofern man engagiert und konzentriert bei der Sache ist. Wer Vorerfahrungen wie etwa Statistik-Kenntnisse mitbringt, kann den persönlichen Aufwand eventuell noch etwas reduzieren. Außerdem ermöglicht das PFH-Fernstudium eine individuelle Studieneinteilung, die das flexible Nebeneinander von Beruf, Studium und Freizeit wesentlich erleichtert.

Gibt es die Möglichkeit der Spezialisierung während des Studiums?

Entsprechend den Vorgaben der DGPs ist das Bachelorstudium inhaltlich breit aufgestellt, um einen ausgewogenen Ausbildungsstand aller Bachelor-Psychologen zu gewährleisten. Dies hat den Vorteil, dass man die Qualifikation erwirbt, sich auf unterschiedlichste Masterstudiengänge zu bewerben – und sich erst dann zu spezialisieren. Eine gewisse Fokussierung auf mögliche spätere Karrierefelder ist dennoch bereits im Bachelor möglich. So wählen die Studierenden während des Studiums drei der folgenden vier Schwerpunkte aus:

  • Arbeits- und Organisationspsychologie,
  • Gesundheitspsychologie,
  • Klinische Psychologie,
  • Pädagogische Psychologie.

Im zukünftigen Master-Studium werden wir dann die Möglichkeit bieten, entweder den Schwerpunkt Personal- und Wirtschaftspsychologie und betriebliches Gesundheitsmanagement oder Psychologische Gesundheitsförderung und Sportpsychologie zu wählen.

Welchen Abschluss können die Studierenden nach dem Absolvieren des Fernstudiums erlangen? Ist dieser einem Abschluss einer Präsenzhochschule gleichwertig?

Das Studium schließt mit dem „Bachelor of Science“ ab, später kommt der konsekutive Abschluss „Master of Science“ hinzu. Natürlich sind die Abschlüsse gegenüber denen eines Präsenzstudiums komplett gleichwertig.

Für die Qualitätssicherung sorgt dabei ein anspruchsvolles Verfahren: der Bachelorabschluss ist durch eine Akkreditierungsagentur akkreditiert, durch die staatliche Zentralstelle für Fernunterricht zugelassen und staatlich durch das Wissenschaftsministerium des Landes Niedersachsen genehmigt. Für den Masterabschluss gilt das gleiche Verfahren, das momentan kurz vor dem Abschluss steht. Die Hochschule selbst ist institutionell durch den Wissenschaftsrat akkreditiert.

Stichwort Prüfungen: Gibt es festgelegte Termine für die Abschlussprüfungen, verbunden mit Präsenzpflicht an einem der Standorte der PFH, oder sind die Prüfungstermine flexibel?

Für ein Psychologiestudium ist es unabdingbar, bestimmte Schlüsselqualifikationen auch in einer Face-to-face-Situation einzuüben. Daher ist etwa ein Präsenztag pro Semester verpflichtend festgelegt, den die Studierenden an den Fernstudienzentren in Berlin, Göttingen oder Ratingen/Düsseldorf absolvieren können. Klausuren kann man hingegen bundesweit an allen Fernstudienzentren der PFH ablegen. Jede Klausur kann zu vier Zeitpunkten im Jahr (immer an einem Wochenende) geschrieben werden. Die letzte Abschlussprüfung, also die mündliche Vorstellung der Bachelor-Thesis, findet dann in Göttingen statt.

Ist der Abschluss der PFH vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) anerkannt?

Derzeit prüft der BDP die Studiengänge noch, denn neue Studiengänge werden dort normalerweise nur im Oktober, zum Beginn des Wintersemesters, anerkannt. Wir rechnen aber fest mit der Anerkennung und nach aktuellem Stand erhalten wir sie vielleicht auch bereits etwas früher.

Warum sollten sich zukünftige Studierende denn nun für den Studiengang der PFH entscheiden und nicht beispielsweise Psychologie an der FernUni Hagen studieren? Wodurch hebt sich der Studiengang von anderen ab?

Studieninteressenten, die sich an der PFH einschreiben, erwartet ein vollwertiges Psychologie-Fernstudium, das in dieser Form für eine Privathochschule einmalig ist. Insbesondere die engmaschige Betreuung, die hauptamtliche Professoren und ein qualifiziertes Team gemeinsam leisten, zeichnet es aus. Werktags erhalten Studierende per E-Mail innerhalb von maximal 48 Stunden Antwort auf alle Fachfragen. Ein weiterer Pluspunkt gegenüber anderen Anbietern ist etwa das wichtige Teilgebiet der klinischen Psychologie, das der Fernstudiengang der PFH mit abgedeckt. Außerdem profitieren die Studierenden von der Kooperation mit dem psychologischen Fachverlag Hogrefe, der nicht nur die hohe Qualität der Fernlehrbriefe sichert.

Können Interessierte sich auch ohne Abitur oder Fachabitur für ein Fernstudium für Psychologie an der PFH einschreiben? Wenn ja, welche Voraussetzungen müssen sie mitbringen, um dort studieren zu dürfen?

Nach dem Niedersächsischen Hochschulrahmengesetz können auch Personen, die nicht über ein Abitur oder Fachabitur verfügen, zu einem Studium zugelassen werden, sofern Sie eine einschlägige Berufsausbildung sowie mindestens drei Jahre Berufstätigkeit nachweisen. Sobald die Zahl der Bewerber die Zahl der Studienplätze übersteigt, ist außerdem ein Aufnahmetest zu absolvieren.
Grundsätzlich engagiert sich die PFH für das Prinzip der Offenen Hochschule und das Studieren ohne Abitur. Und Erfahrungen aus dem BWL-Fernstudium der PFH zeigen, dass berufserfahrene Studierende ohne Abitur das Studium genauso erfolgreich wie ihre Kommilitonen mit Abitur bewältigen.

Auf den Internetseiten zum Psychologie-Fernstudium an der PFH wird für ein 8-semestriges Studium der Preis von 12.554 Euro genannt. Das entspricht einem Monatsbeitrag von 248 Euro. Wie rechtfertigen Sie diesen Preis und wie kommt er zustande?

Als private Hochschule finanziert sich die PFH in erster Linie durch Studiengebühren statt durch staatliche Gelder. Die Gebühren ähneln denen anderer Privathochschulen. Dafür dürfen unsere Studierenden allerdings auch eine ausgezeichnete Betreuung, einen reaktionsschnellen und dienstleistungsorientierten Studienservice sowie didaktisch hervorragendes Lehrmaterial erwarten. Dass diese Qualitätsmerkmale wirken, zeigen die Erfahrungen aus dem BWL-Fernstudium der PFH: Die Abbrecherquoten der PFH-Fernstudierenden sind im Vergleich sehr niedrig und die Absolventenquoten hoch.

Viele berufstätige Interessenten fragen sich, ob sie mit ihrem Vorhaben auf ihren Chef zugehen sollen und ihn darüber informieren. Wie sind Ihre Erfahrungen? Belohnen Chefs Eigeninitiative des Mitarbeiters und beteiligen sich Unternehmen an den Kosten des Studiums?

Die meisten Chefs und Vorgesetzen unterstützen den Studienwunsch ihrer Mitarbeiter, oft erhalten Fernstudierende auch finanzielle Förderung im Rahmen der Personalentwicklung oder freie Zeit für das Fernlernen. Beispiele aus dem BWL-Fernstudium der PFH zeigen uns, dass zahlreiche Unternehmen ihren Mitarbeitern in dieser Hinsicht weit entgegen kommen.

Trotzdem ist es wichtig, zu allererst vorzufühlen, wie der eigene Chef tatsächlich zum Fernstudieren steht. Denn eine Minderheit der Führungskräfte reagiert leider auch negativ – zum Beispiel aus der Sorge, Mitarbeitern mit Studienabschluss mehr Gehalt zahlen zu müssen. In solchen Fällen sollte jeder individuell abwägen, ob und wie sie oder er Informationen zum Studium an den Chef weitergibt. Doch in der Mehrzahl der Fälle gibt es solche Probleme nicht. Und wenn die Grundeinstellung im Unternehmen positiv ist, lohnt es sich sehr, aktiv nachzufragen, um vielleicht wertvolle Unterstützung vom Arbeitgeber zu erhalten.

Vielen Dank für dieses Interview, Frau Ruhmland! Ich wünsche Ihnen mit ihren neuen Studiengängen Viel Erfolg!

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